28.01.2015


12.09.2017



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Meine Vermutungen, ...

 

Die Geschichte der Physiotherapie wird erst dann für mich interessant, wenn ich diese mit der heutigen Zeit vergleiche. Die deutlich zu erkennende rückläufige Entwicklung in der Physiotherapie ist leider zukunftsweisend. Das "Lebensrad" der Physiotherapie, oder was ich darunter heute verstehe, dreht sich alle hundert Jahre, verharrt kurzzeitig, um sich dann wieder weiterzudrehen. Heute (Februar 2017) stehen ich vor einer weiteren Neuauslegung:

 

Alles was ich heute als Physiotherapeut mache, ist historisch gesehen nichts Neues. Alles war schon einmal da.

Die "wissenschaftliche Aufklärung" der letzten Jahren hat den Zauber und die physiotherapeutische Identität stark weggenommen. Physiotherapie wurde unüberlegt, einfach für "Jedermann", standardisiert und quantifiziert, sie wurde auch politisch, leider. Diese doppelte Dosis kapitalistischen Gifts wirkt sehr negativ auf unseren Beruf mit dem Ergebnis, dass diese "Arbeit" zu einer lästigen Notwendigkeit geworden ist (Beispiel: 20 Minuten Behandlungszeit, hohe Kosten, geringe Vergütung). Es gibt aber auch noch Therapeuten, die sich diesen schönen Beruf in "Wissens- und Handlungsnischen"  so zuschneidern (Heilpraktiker, Therapiewissenschaften), dass dieser positiv zur Lebensform beiträgt.

  

      ALLGEMEIN

  1. Der Physiotherapeut 4.0 wird in seinem Fachbereich hochspezialisiert sein.
  2. Die gebildete Gesellschaft wird die spezialisierte Physiotherapie einordnen können.
  3. Die gebildete Gesellschaft wird die Physiotherapie erkennen und verstehen und als Säule für die Selbstheilung nutzen.
  4. Der Physiotherapeut 4.0 wird selbständig und unabhängig. Er wird sich neu definieren. 
  5. Der Physiotherapeut 4.0 wird sich neu benennen, um sich rechtlich (Heilpraktiker) zu verwirklichen. 
  6. Die Bezeichnung Physiotherapie (Historisch) muss weg, sie ist jetzt schon veraltet! 
  7. Die Physiotherapie passt nicht in das kapitalistische Arbeitsmodell (Frauenberuf/Gehalt), sie muss sich davon lösen.

     

     GELD

  1. Die professionelle Physiotherapie wird in einigen Jahren nur noch für Selbstzahler und zahlungskräftige Kunden zugänglich sein. Es wird eine "Luxusleistung" für wenige.
  2. Wenige gute private Versicherungen werden die Physiotherapie nur noch durch hohe Beiträge anbieten können.
  3. Die Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Krankenkassen ist jetzt schon eine Nullnummer. Sie ist patienten- und therapeutenfeindlich. Staat und Politik interessieren sich nicht für Physiotherapie. 
  4. Es wird zu einem Versorgungsengpass der gesetzlichen Kassenpatienten in den nächsten Jahren kommen.
  5. Es wird und muss zum Bruch mit den staatlichen Versorgungsformen kommen.
  6. Momentan lohnt sich dieser Beruf finanziell in Deutschland überhaupt nicht! Für die jüngere Generation an Therapeuten: Physiotherapie lohnt sich (Finanziell/Ansehen) nur noch mit einem akademischen Titel im Koffer auf dem Weg ins Ausland: Schweiz, Canada, USA, Australien! 
  7. Diese momentane miserable Situation der Physiotherapie in Deutschland führt wieder zu einer "Undurchsichtigen Physiotherapie" wie sie  es in der Geschichte schon dreimal gab. 

 

      FACHGEBIET

  1. Obwohl die Anzahl der pneumologisch-, neuro-, kardio- sowie psychiatrischen Patienten enorm steigen wird, sinkt proportional die Anzahl der Physiotherapeuten, die sich für diese Fachgebiete interessieren. 
  2. Viele Fachbereiche werden  in den nächsten Jahren verschwinden, darunter: Angewandte Physiotherapie in der Pneumologie, in der Geriatrie, in der Inneren Medizin, Pädiatrie, Rheumatologie und Physikalische Therapie. Diese werden bald nur noch Experten beherrschen und werden davon sehr gut leben können. 
  3. Viele Fachgebiete werden sich neu definieren. Zum Beispiel:
    • Angewandte Physiotherapie in der Ästhetik
    • Angewandte Physiotherapie in der Pneumologie
    • Angewandte Physiotherapie in der Palliativmedizin
    • Angewandte Physiotherapie in der Dermatologie
    • Physiotherapie und Cybertechnologie
    • Physiotherapie und Umwelt

 

      WISSENSORTE

  1. Physiotherapieschulen oder Universitäten werden andere Kompetenzen, als heute fördern und fordern (z.B.: Medienkompetenz). Es werden andere Wissensorte außerhalb der Schulen entstehen. Die Erfahrungen oder das Können wird wieder Bestandteil des Wissens, der Lehre und des Lernens. Festgelegte Ziele (Curriculum) verschwinden und die "Bulimie Pädagogik" von heute (2017) verschwindet genauso.
  2. Es wird eine Verschmelzung von Weisheit und Expertentum in diesem Bereich stattfinden. Dieses wird von den Kunden eingefordert. Praktische Ergebnisse werden erzielt.
  3. Hoch- und Spezialgebiete wie zum Beispiel die Sportphysiotherapie, Digitale Physiotherapie, Cyberphysiotherapie, Raum- und Luftfahrtphysiotherapie werden weiterhin existieren und fachwissenschaftlich enorme Sprünge vollziehen - Es ist die Physiotherapie 4.0.
  4. Meiner Meinung nach müsste ein Grundstudium (1 Jahr), Fachstudium (1 Jahr) und Spezialisierungsstudium (2 Jahre) stattfinden. Also, der Physiotherapeut der  Zukunft geht direkt spezialisiert  ins Berufsleben! (Eigeninitiative/Arbeitsfelder/Spezialisierungsfelder).
  5. Die Physiotherapie 4.0 wird ein sehr interessanter Beruf. Wenige werden diesen erlernen wollen und können, weil dieser Beruf in der Zukunft wieder das persönliche  Interesse, die Kreativität, die Bewegung und Intelligenz abverlangen wird.

 

 

 

 

 


 

Es ist wichtiger, dass jemand sich über eine Rosenblüte freut, als dass er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt. 
Oscar Wilde (1854-1900)