Naturheilverfahren

Vor(mit)denker

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Brücken: Gymnastik, Atheltik, Agonistik


Techniken/Methoden/Konzepte

 

 

BEREICHE

 

    INHALT (Damals - Heute)  
 

Aromatherapie

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Wickeltechniken

 

   

Ägyptische Techniken zur Mumifizierung, Bandagieren, Wickeltechniken, Pucken

 
 

Heliotherapie

   

Ägypten, Griechenland, Römer

 
 

Gymnastik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

gr. gymnos: nackt (Nach dem Vorbild der Spartaner). Übungsorte: Gymnásion (Turnanstalt) oder Palästra (Öffentlicher Übungsplatz zur Leibeserziehung.

Berufe: Alipten/alíptes (Salber). Bei Wettkämpfen salbten und ölten diese Profis die Sportler ein. Sie waren auch die "Sportmasseure" der damaligen Zeit. Die Hauptaufgabe jedoch war die Trainingsunterweisung der Sportler. Apotherapeía: Massage und auflockernde Übungen nach dem sportlichen Wettkampf. Paedotriben: Gymnastik- und Ringlehrer der Knaben (gr. pais: Knabe; tribein: kneten). Gymnasten: Qualifizierte Lehrer der Körperpflege und Körperschulung.

 
 

Massagetherapie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

gr. tripsis, lat. fricare, lat. fricatio, lat. frictio: Reiben, abreiben, Einreibung mit Öl.

gr. malássein, lat. malaxare, lat. malaxatio: Erweichen, geschmeidig machen mit Öl, auflockerndes Kneten der Muskeln

Das Wort "Massage" erscheint schriftlich erst in Frankreich Anfang des 19. Jhd. (→ massent (Thermen von Aix), douch massage (Savoi)). Bitte unter 1863 weiterlesen.

Strigilis: Bei den Griechen sowie bei den Römern erfolgte vor  der eigentlichen Massage oft eine reinigende und durchblutungsfördernde Abreibung der Haut. Dieses geschah durch einen sichelförmigen, mit einem länglichen Griff versehenen Strigilis, einem Striegel aus eisen, Bronze oder einem Edelmetall. das lateinische Wort leitet sich her vom verb: stringere (streifen, abstreifen).

Flagellatio: lat: flagellum oder flagrum (Peitsche, Geissel). Es bedeutet mit den hand oder mittels Ruten und hölzernen Klatschen durchgeführte Schläge. Auch später, bis hinein in das 19. Jahrhundert noch bekannt und im Gebrauch. daneben aber häufiger in der Erotikszene zur geschlechtlichen Erregung aufzufinden. Heute versteht man unter Flagellation allenfalls noch das im Heißraum der finnischen Sauna oder russichen Banja geübten Schlagen des Körpers mit einem Büschel aus Birkenzweigen, dem Quast oder Wedel, altdeutsch auf als Quästen bezeichnet.

Sportmassage: Raum aleipterion, tripsis paraskeuastiké (Vorwettkampfmassage), apotherapeía (Regenerationsmassage).

 

Berufsbezeichnung: Tractatores: lat. tractare (bearbeiten) Ungelernte Masseure und "Knochenbrecher".

 
 

Thermotherapie

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Hydrotherapie

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Packungen,Beutel, Teil- oder Ganzabreibungen, Tüchereinschläge, Tuchwickel, Waschungen, Bäder, Güsse und Duschen, Kneipptherapie, Kaltwassertherapie, Warmwassertherapie.

 

Definition (Glogowski, G. 1966): Darunter versteht man die Anwendung von Wasser (ohne Zusatz) in den verschiedensten Formen, z.B. als Wickel, Duschen, Brausen, Güsse, Waschungen, Abreibungen.

Bitte unter 1869 weiterlesen.

 
 

Balneotherapie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Bädertherapie, medizinische Bädertherapie, Tinkturen, Saunabäder, Saunabad.

Zusätzen: Gase, Salze, Pflanzenextrakte, Mineralien, Pflanzenablagerungen (Peloiden), Sole, Moorbäder, Schlick, Schlamm (Meeralgen), Heilerde, Hanf, Weihrauch.

Definition (Glogowski, G 1966) von medizinischen Bäder: Dazu gehört auch die Anwendung von Stanger-Bad, das Schwefelbad, Kohlensäurebäder, Heublumen- und Kamillenbäder, Sauerstoffbäder, Sprudelbäder, Moorbäder usw. Diese med. Bäder werden in einem "Med. Bad" oder in der "Bäderabteilung" eines Krankenhauses (oder auch Sanatorium) durchgeführt. Es gehören dazu also keine natürlichen Quellen. Die med. Bäder bestehen aus gasförmigen, chemischen oder pflanzlichen Zusätzen zu gewönhlichem Leitungswasser.

 
 

Heilquellen

Heilbäder

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Schwefelquellen, Kohlensäurebäder, Thermalbäder, Sulfatquellen, Hydrokarbonatquellen, Jodquellen, Eisen-Arsen-Quellen, Radium- und Radonquellen, Kohlensäurequellen, Natürliche Moorbäder.

 

Definition (Glogowski, G 1966) Die Anerkennung als "Bad" vor dem Ortsnamen ist in der Bundesrepublik von bestimmten Vorraussetzungen abhängig. Meist ist die genaue chemische Analyse der "Heilquellen! entscheidend. Wir haben in Deutschland eine Vielzahl uralter, höchst wertvoller Heilquellen, von denen manche schon den Römern bekannt waren und auch eifrig benutzt wurden.

 
 

Thalassotherapie

   

 Klimatherapie, Meer, Gischt, Schlick, Meerwasser

 
 

 Chirotherapie

   

 -

 
 

Phytotherapie

     -  

Allgemeine Bilder


Allgemein

Die größte Lüge der heutigen Physiotherapie: „Schon die alten Römer haben es gemacht…“

    Dieses Thema, Physiotherapie im Altertum, möchte ich nur anreißen. Es reicht für mich als Physiotherapeut vollkommen aus, wenn ich mir die „Geschichte der Medizin im Altertum“ aus den heutigen sehr guten und ausführlichen Büchern durchlese, um Anzeichen für Physiotherapie zu erkennen. Die Geschichte der Medizin im Altertum beinhaltet das,  was die Physiotherapie damals war! Nämlich Bestandteil der Heilkunde.

 

Meine Denkansätze zu „Geschichte der Physiotherapie“ im Altertum:

  • Das Altertum lebt von Göttern, Pharaonen, Kaisern, Feldherren, Olympioniken. Das heißt, die Geschichte wird öfters nur von Seiten der Gewinner geschrieben, erfunden und erzählt, damit muss man vorsichtig umgehen.
  • Anderseits ist es, was die Mythologie angeht, wunderbar! Keine so rigide dogmatische Zeit.
  • Um die alten Schriften verstehen und interpretieren zu können, die teilweise weit über 300 Jahre nach den „Geschehnissen“ niedergeschrieben wurden sind, sollte man Kenntnisse in  alten Sprachen, in Geographie und Geschichte  mitbringen. Wissen aus den Bereichen Mythologie, Magie, Religion und Mystik, Soziologie und Philosophie und ein gutes Vorstellungsvermögen sind hier sehr wichtig.
  • Es ist unmöglich, die Physiotherapie in diesem Zeitraum als „extra Wurscht“ von der Medizin zu trennen! Es gibt natürlich immer noch die Korinthenkacker, die es versuchen werden, ich nicht!
  • Damals wurden Behandlungen durch Ärzte, Heiler und Priester ausgeführt.  Aber es gab auch „Nubische Sklaven“, die Massage oder Aufgüsse in den Thermen ausgeführt haben, wie auch im Heft: „Asterix als Gladiator“ dargestellt wurde.
  • Es ist unmöglich, die Heilkunst der Ägypter, Griechen und Römer genau zu erfassen! Es sind über 4.000 Jahre Menschheitsgeschichte. Über die “ Geschichte der Physiotherapie“ sind vielleicht mal 20 Jahre ordentlich erfasst worden, wenn überhaupt.
  • Es wird hier und heute schon mit einfachen antiken Textpassagen falsch umgegangen. So beginnen manche Aufsätze mit: „Schon die alten Römer…“ - ja was ist denn genau mit den Römern?? oder es wird wiedermal zitiert: „Mens sana in corpore sano…“ was steht davor und dahinter?? Es wäre empfehlenswert den kompletten Text durchzulesen, dann verändert sich der Sinn vollständig.
  • Viele Anwendungen von damals wurden überhaupt erst ab dem 19. Jahrhundert der Physiotherapie zugeordnet.
  • Ich darf nicht vergessen, dass ich mit meinem Wissensstand von heute auf den Wissensstand von damals schaue!

Ich werde für diesen Zeitabschnitt nur Schlüsselwörter hier preisgeben. Wie gesagt, es sind tausende Jahre Geschichte! Wer sich mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem können folgende Literaturhinweise (Allgemeine Quellen) helfen.


Antikes Ägypten

Allgemeine Quellen:

Ab 2.600 v. Chr. - Fresken (Grabkammern), Hieroglyphen, Mumien, Amulette, Papyri ( 7 medizinische Papyri mit ca. 1.200 ärztlichen Texten), Organ- und Körperteilvotive, Herodot (490-430 v. Chr.) Pelusischen Nielmündung Schlacht (525 v.Chr.).

 

Thematische Quellen: 

  • Kleinwuchs: Niankhkhnum und Khnumhotep Mastaba, Bes, Seneb.
  • Kuren: Fastenkuren.
  • (Heil)gymnastik: Adipositas  (Diodor).
  • Heliotherapie: (Herodot I136, II77, II92, III12), Echnaton ( gest. 1335 v. Chr), Papyri Ebbers, Papyri Ramesseum.

 

Medizinisches Denken: magisch-religiös, empirisch-rationell, eher starr, vorgekaut und vorgeschrieben, kaum Entwicklung, geringer persönlicher Spielraum für den Arzt.

Medizinisches Handeln: Pharmakologie, Bruchoperationen, Schädeltrepanationen, Bruchoperationen, Geburtshilfe, Operationen an Genitalien.

 

Imhotep (4.500 v. Chr.): Person, Architekt unter Pharao Djoser. Vermutlich auch dessen Bruder.

Imhotep (ca. 2500 c. Chr.): Gott der Heilkunst und Priester (Primärer Gott). Im Memphis kultisch verehrt. Seine Nähe zum Asklepios ließ unter ptolomäischer Herrschaft einen synkretistischen Asklepios-Imhotep-Kult entstehen.

Bes: Heil- und Krankheitsgott  (Sekundärer Gott).

 

Amenophis I (1550-1528 v. Chr.): Mumifizierungstechniken - Wickeltechniken, Harztechniken, Balsamierungstechniken.

Amenophis IV (1364-1357 v. Chr.): Sonnenkult - Heliotherapie. 

 

 

Tipps zur Nachforschung:

 

Hinweis: Unter Krankengymnastik/1900 Licht, Luft, Wasser und viel Lehm - Sind alle Autoren/Wissenschaftler aufgelistet die sich mit der Thematik Heliotherapie,Lichttherapie und Phototherapie beschäftigt haben.

Empfehlung: Über die Geschichte der Lichttherapie kann ich das erste Kapitel aus dem Buch von: Krause, Rolfdieter; Stange, Rainer. Lichttherapie. Springer Verlag Berlin Heidelberg 2012.


Antikes Griechenland

Allgemeine Quellen:

Hesiod (ca. 700 V.Chr.), Pindar (ca. 500 v. Chr.) 3. pytischen Ode, Isyllos (ca. 300 v. Chr.), Aelius Aristides (ca. 117-181 n. Chr., Pausanias (geb. ca. 111/115 n. Chr.), Siegelringe, Münzen, Mosaiken, Weihreliefs, Statuen, Statuengruppen, Organ- und Körperteilvotive, Herodot, Homer (Ilias und Odyssee), Hippokrates von Kos (460 - ca. 377 v.Chr.): Massage- und Bewegnstherapie, Chirotherapie, Diokles von Karystos, Erasistratos von Keos, Diokles von Karystos, Aristoteles, Empedokles von Agrigent (ca. 490-430 v.Chr.): Atemtherapie, Atemübungen, Herodikus von Selymbra (ca. 400 v.Chr.): Heilkunde und Gymnastik u.a. Spaziergänge und Ringkampf als Heilmittel. Heraklit von Ephesos (ca.520-460) Heliotherapie.

 

Thematische Quellen:

Massagetherapie:

  1. Hippokrates in den Werken "Über die Gelenke", "Die ärztliche Werkstätte" und im Werk "Der Arzt" Kap.1,2
  2. Diokles von Karystos um 400 v. Chr. im Werk "Gesundheitslehre" (Die gesunde Lebensweise) über die Nackenmassage, Ganzkörpermassage. 
  3. Aristoteles im Werk "Naturheillehre".
Aryballos Peytel 480 - 470 v. Chr Louvre Musem/Paris
Aryballos Peytel 480 - 470 v. Chr Louvre Musem/Paris

Paian (Paieon): Arzt der Götter.

 

Paionoi: So wurden alle Götter bezeichnet, wenn diese als Heiler tätig waren. Der Göttervater (Zeus) selber wurde somit des öfteren als "Zeus Paian" oder "Zeus Sotér" bezeichnet.

 

Apollon: Der Lichtgott. Ist eigentlich der Heilgott und Beschützer der Heilkunde, aber auch Sender von unheilbringenden Krankheiten. Er wird im hippokratischen Eid als erste aufgerufen jedoch wird dieser bei Homer noch mit seuchenbesezte Pfeile um sich herumschießend beschrieben, um sich an den Menschen zu rächen. Mythos: Schwarzer Rabe  (Trauer, bevorstehendes Unheil). Apollonheiligtümern: Dellos und Delphi.

 

 

↑ Asklepios (Sohn von Apollon und der sterblichen Koronis): Landesfürst in Thrakien und bedeutender Arzt um 600 v. Chr. in den Olymp versetzt. Gott der Heilkunst und der Euthanasie sowie Stammvater der hippokratischen Medizin. Eines Tages übertritt Asklepios die ihm als Arzt gesetzten Grenzen. Er erweck einen Toten zum Leben, woraufhin ihn Zeus mit dem Donnerkeil erschlägt.

 

Koronis wurde durch Artemis (Schwester Apollons) ermordet. Der ungeborene Sohn Asklepios wurde von Apollon aus dem Mutterleib herausgeschnitten. Asklepios wurde dem Kentauren Cheiron anvertraut und dieser bildete ihn in der Allgemeinen Heilkunst (Zubereitung heilkräftiger Mittel und den Gebrauch des Messers sowie den Einsatz des rechten Wortes zur rechten Zeit) aus. Asklepios, als einzige griechische Gottheit, wird zum echten Konkurrent für Christus, den "Heiland". Ab dieser Epoche findet man in Büchern und Bilddarstellungen beide "Heiler" und das Heilen wird zur HEILKUNST.

 

Epidauros (Heilstätte): Heil- und Kultstätte für Asklepios. Diese Anlage/ "Kuranlage" war von ca. 500 v. Chr. bis 500 n. Chr. stark besucht worden. Hinweise für einen Heil- und Kurbetrieb mit Hydrotherapie, Balneotherapie, Heilquellen, Schlaftherapie, Musiktherapie sowie Heilgymnastik sind überliefert.

 

Asklepiosfamilie

  • ↑↑ Hygieia (Tochter von Asklepios): Stellt die personifizierte Gesundheit da. Wurde vermutlich nachträglich aus unklaren mythologischen Zusammenhängen in die Asklepiosfamilie aufgenommen.
  • ↑↑ Machaon (Sohn von Asklepios): Chirurgie
  • ↑↑ Podaleirios (Sohn von Asklepios): Internistischen und Geistige Erkrankungen
  • ↑↑ Akeso (Tochter von Asklepios): Heilung (Relief)
  • ↑↑ Iaso (Tochter von Asklepios): Heilen (Relief)
  • ↑↑ Panakeia (Tochter von Asklepios): Allheilende und Pharmazie (Relief)

Telesphoros: Er ist der Gott, der "zum (guten) Ende bringt". Er verkörpert die chthonische Kraft, die das Pendel der Heilwendung zur Gesundung hin ausschlagen läßt. Ist einen kindgroße, gnommenhafte Gottesgestalt und wird im 2. Jahrhundert n. Chr. in den Asklepioskult eingeführt. Eingehüllt in einem Kaputzenmantel, der nur das Gesicht freiläßt, begleitet er auf Münzen, in Statuen und Statuengruppen Asklepios oder tritt alleine auf.

 

Nymphe: Der Namen dieser mythologischen Gestalt bedeuten unter anderem: junge Frau, Braut, Mädchen oder verschleierte Braut. Es sind überwiegend Gruppen junger sehr gutaussehenden Naturgottheiten, sie gelten oft als Töchter des Zeus. Ihre "Naturbereiche" sind die Gewässer (Meer, Flüsse), Bäume (Wälder), Berge und Grotten. Sie treten öfters mit andere Natur wirkender Götter auf, darunter: Apollon, Dionysos oder Artemis. Die Sagen (Plural, es sind sehr viele) erzählen, dass wer sie erblickt hätte oder vielmehr, wer sich einbildete, sie gesehen oder sprechen gehört zu haben, der werde rasend, wörtlich: nympholeptos (von den Nymphen ergriffen).

Nun, für die Geschichte der Physiotherapie kann man hier das Wort Lymphe (Substantiv) ableiten.  "Lympha" ist kein griechisches Wort, sondern ein Lehnwort in der lateinischen Sprache. Solches Changieren  der Fließlaute N und L kommt in der Sprachgeschichte  öfters vor.

  • Sextus Pompeius Festus (ca. 150 n.Chr.): War ein römischer Lexikograph und Grammatiker: „Die Lymphae (Wässer) sind benannt nach den „Nymphae“ (Wassergeistern) – lymphae dictae sunt a nymphis.“ (Bild)
  • Titus Lucretius Carus (Lukrez) (99 -55 v.Chr.) und Publius Vergilius Maro (Vergil) (70-19 v.Chr.): Zwei römische Dichter benützen das Wort erstmal um "klares und reines Wasser" als Anspielung auf "Halbgöttliche Jungfrauen". Diese Ableitung klingt plausibel, da das Lymphatische System anatomisch bis ins 17. Jahrhundert noch gar bekannt war.
  • Publius Ovidius Naso (Ovid) (43 v.Chr. - 17 n.Chr.): Auch ein römischer Dichter! in seinem Werk Metamorphosen, Buch 2, 459 begegnen wir dem Substantiv in Anlehnung an Lukrez und Vergil im Ausruf: “Laßt uns den nackten Leib mit dem klaren Naß überspülen!“
  • Quintus Serenus Sammonicus (ca. 150 n.Chr.): Römischer Arzt und ein sehr einflußreicher Mentor von Caracalla, übertrug das sprachliche "Leihstück" als einer der ersten auf die Krankheitslehre. Er sprach von „Wasser, welches das Innere des Leibes "anschwellen läßt", und von "Ödem" oder „Wassersucht“.
  • Das Wort lymhaticus (Adjektiv) tauch später auf. Es meinte so viel wie „rasend“, „irrsinnig“, „verrückt“, „außer sich“. Schriftsteller wie Senneca und Apuleius verwendeten es ebenso wie der aus vielen Quellen schöpfende Naturhistoriker Plinius. 

 

Verschmälzung: Ca. 400 v. Chr. Verschmälzung des Asklepioskultes mit der Wissenschaftlich- rationalen Medizin aus Kos.

 

Ende des Asklepioskultes: Die theodosischen Edikte gegen das Heidentum und die entgültige Einführung des Christentums als Staatsreligion 391 n. Chr. beendet offiziel den Asklepioskult.


Antikes Rom - Medicus curat, Natura sanat!

Allgemeine Quellen:  

Siegelringe, Münzen, Mosaiken, Weihreliefs, Statuen, Organ- und Körperteilvotive, Instrumentarium, Geräte.

 

Thematische Quellen:

 

Heliotherapie:

  1. Oreibasios (ca. 4. Jhd. n.Chr.)
  2. Caelius Aurelianus aus Sicca
  3. Antyllos (ca.150 n.Chr.): Beschrieb ausführliche Sonnenbäder
  4. Herodot (ca. Anfang des 2. Jhd n.Chr. - zur Zeit des Kaiser Hadrians: griechischer Arzt 
  5. Aulus Cornelius Celsus: Lexikograph zur Zeit des Kaiser Tiberius

 

Bäder, Thermen, Badeleben im alten Rom

  1. Senecas Werk Briefe an Lucilius "Der Philosoph und der Badebetrieb in Baiae" in Epist. morales. 86,4/ 86,8/ 51,6/ 51,1/ 51,2/ 15,3. 
  2. Vitruv
  3. Varro
  4. Martial (V 10,1)
  5. Plinius im Werk "N. Hist 33, 153",
  6. Lukian von Samosata im Werk "Hippias sive balneum"
  7. Galenus im Werk "Die therapeutische Methode" Buch I, Kap.1.
  8. Sueton  im Werk "Nero" 27,2.

Massage:

  1. Galenus im Werk "Die therapeutische Methode" Buch I, Kap.1.
  2. Caelius Aurelianus aus Sicca: Wirkung der Massage

 

Propriozeption:

  1. Galenus im Werk "Über die Lehrmeinungen des Hippokrates und des Platon" Buch VII, Kap. 5,42-45.

Lymphdrainage:

  1. Plinius über Wickeltechniken/Bandagierung nach übertriebenen Konsum von Wasser und Essen. 

Gymnastik:

  1. Caelius Aurelianus aus Sicca: Wirkung der aktiven/passiven gymnastischen Übungen und Stimmübungen.

Körperlichkeit und Ästhetik:

  1. Domitius Ulpianus über Körperlichkeit, Ästhetik, Sex und Orgien. Artemidor von Daldis über Infektionen, Krankheiten, Dreck, Warnungen.

         Tipps zur Nachforschung: angewandte: Physiotherapie in der Ästhetik (Siehe unter                Jahr 2017)

 

Dampfwasserbäder:

  1. Apuleius im Werk "Amor und Psyche" über Dampfbäder, Gicht, Hebamme, Geburtshilfe, Flagelation, Heilmittel, Wundversorgung in "Amor und Psyche". 

Geburtshhilfe, Ausbildung, Vorraussetzungen:

  1. Soranus von Ephesos um 100 n.Chr. im Werk "Gynäkologie" Buch I, Kap. 3,4.

Ärzte: Es gibt keine alleinige „Römische Medizin oder altrömische Volksmedizin“! Das Naturheilwissen und die medizinische Versorgungsmethoden im alten Rom wurde durch griechische, ägyptische u.a. Ärzte im Imperium praktiziert und  weitergegeben.

 

Beispiel 1: Asklepiades von Bithynien auch bekannt als Asklepiades von Prusa (124 - ? v.Chr.)

  • In Griechenland geboren.
  • Sklave.
  • Arzt.
  • Wirkte um 91 v.Chr. in Rom.
  • Anwendungen von Spaziergänge, Reiten, Laufen, Holzhacken.
  • Gründer der "Schule für medizinische Wasseranwendungen" in Rom
  • Massage: "Sie wirken in Form von Streichungen beruhigend, als Reibung haben sie dagegen eine zerteilende Wirkung. Bei chronischen Krankheiten müssen sie stärker und länger, bei akuten Krankheitsbildern aber nur kurz und milde durchgeführt werden. Sanfte Streichungen sind solange zu verabreichen bei beim Patienten der angestrebte Schlaf einsetzt."
  • "Tuto celeriter iucunde" (sicher, schnell und angenehm).
  • Nachfolger: Themision - Entwicklung einer methodischen Schule.

Beispiel 2: Aulus Cornelius Celsus

  • Beruf: Enzyklopädist.
  • Werk: De medicina (Dieses Werk war eher gedacht um die gebildete römische Laienwelt mit der griechischen Medizin vertraut zu machen).
  • Kapitel: "Allgemeine Therapie" Massage und Heilgymnastik

Beispiel 3: Claudius Galenus von Pergamnon (129-201 n.Chr.)

  • Pergamon: Zentrum für Wissenschaft, Technik und Heilkunde - Asklepieion Epidauros: Praktikum - Alexandreia (148 n.Chr.): Studium - Asklepieion Pergamon (156 n.Chr.): Olympische Spiele, Sportmedizin, Sportrehabilitation - Rom (160 n.Chr.): Kaiser, Gladiatoren - Ostia.
  • Arzt an der Gladiatorenschule in Pergamon und Rom.
  • Leibarzt von Marc Aurel (121-180), Lucius Septimus Severus Pertinax (146-211 n.Chr.), Commodus (161-192 n.Chr.)
  • Erwähnt in seinen Werken: Massage, Sportmssage, Bäder, Vollbäder, Teilbäder, Kalte Übergießungen, Heilgymnastik
  • Werke: "Gymnastica et de sanitate tuenda", "Die Leibesübung mit dem kleinen Ball".

AlexandreiaGründer Alexander der Große. Es galt als die modernste Stadt der alten Welt. Kultureller Mittelpunkt für die Naturwissenschaften und Medizin, Hauptstadt des Ptolomäerreiches. Hier wurde das antike Wissen zum ersten Male systematisch zusammengestellt; hier bekam das Corpus Hippokraticum seine endgültige Gestalt wie auch das Schrifttum des Aristoteles.

 

Tractatores: professionelle Masseure

 

 

 

"Wein, Sexualität und die Bäder zerstören unseren Körper"

 

 Römische Badekultur

 

Balnea (Bad), balnea publica (Öffentliche Bäder), balnea meritoria (Verpachtete, Eintrittspreis), Thermen, Kastell- oder Militärbäder, Garnisonsbäder, Villenbäder, Heilbäder, Hygienestation, Sex-Markt.

 

Funktionen: Reinigung, Sport, Fitnesszentrum, kosmetische Schönheitsbehandlungen, Erholung, kultische Zwecken, Behandlungen von Krankheiten, Entspannung und Teilnahme am öffentlichen Leben.

  • Olympia (Griechenland 500 - 200 v.Chr.): Warmwasserbad, Sitzbadewannen, Hypokaust-heizung (Fußbodenheizung).
  • Gortys
  • Scipios Villa (Republikanische Zeit): Wannenbäder, Bad (Balnea), Versorgung durch Warmwasserquellen. Lit.: Seneca
  • Stabiantherme in Pompeji ( Rom ca. 150 v.Chr.): öffentliche Badeanstallt,  Hypokaust-heizung. 
  • Badeanstalten des Lucius Tarquinius Priscus: Badewärter, Kalt- Warmbäder
  • Thermen des Aggripa: Marcus Vipsanius Agrippa (63-12 v.Chr.)
  • Thermen des Nero
  • Thermen des Titus
  • Thermen des Trajan
  • Thermen des Caracalla ( Marco Aurelius Antonius 211 - 217): Die größten Thermen Rom und Baden-Baden. Auffällig ist die Größe der Palästra.
  • Thermen des Diocletian
  • Baiae am Golf von Neapel: Heilbadeort
  • Bath in England

Deutschland (Gebiet heute)

  • Baden-Baden (Aquae Aureliae)
  • Aachen (Aquae Grani)
  • Wiesbaden (Aquae Matiacae)
  • Badenweiler
  • Tier: Die "Barbarathermen" waren die größte Badeanlage (ca. 6 Fußballfelder) dieser Art nördlich der Alpen

     

  • Mainz
  • Hechingen-Stein: Römischer Gutshof, repräsentative Badegebäude

Angebot einer Therme

  • Apodyterium: Umkleideräumen.
  • Frigidarium: Kaltwasseranwendungen, Kaltbad, Schwimmbecken (Natatio).
  • Tepidarium oder cella media: Warmraum, Massage.
  • Labrum: Becken mit kaltem Wasser.
  • Caldarium Raum ca. 50°C Wasser 40°C und Boden 60°C: heiße Wannenbäder, Schwimmbecken, Teil- und Vollbäder, Regen- und Schaukelbäder (heute Wellenbäder). 
  • Sudatorium: Schwitzbad.
  • Laconicum: Sudatorium, Schwitzbad.
  • Hypocaustum: zentrale Heizanlage, hellenistischen und römisch-republikanischen Zeit.
  • Heißluft-, Wand- und Bodenheizung
  • Sonnenbäder und Gymnastik
  • Latrina: Toilette

 

Ende: Mit Galen, so Brauchle, A. (1971) findet die Medizin des klassischen Altertums einen Abschluß. Erfahrungsheilkunde und wissenschaftliche Medizin, Wissenschaft und Heilkunst suchen sich in einem Eklektizismus, der Humoralpathologie, Solidarpathologie und die Lehre der Pneumatiker vereinigt, zu versöhnen. Nicht vergessen: das Christentum ist nun herrschend.


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- 2.300 Jahre v.Chr., Westchina: Turfan, älteste funktionstüchtige Beinprothese, Zehprothese Theben (Ägypten) ca. 950 - 710 v. Chr., Hegistratus (Holzfuß) Herodot (484-425 v. Chr., Capua (Italien) das "Capua-Bein" 300 v. Chr. (Verschollen) - Royal College Surgeons London.